
Radu
Ich gebe es ehrlich zu: Wenn mir Radu nachts auf der Straße entgegenkäme – groß, tätowiert, mit diesem finsteren Blick –, würde ich wahrscheinlich die Straßenseite wechseln. Und das wäre ein ziemlicher Fehler.
Radu ist Tätowierer und Zeichner in Brandenburg an der Havel. Aufgefallen ist er mir über seine Zeichnungen auf Instagram: Gesichter, ein bisschen creepy, irgendwie witzig, und alle sehen ein bisschen erschöpft aus. Was darin steckt, weiß Radu selbst nicht so genau. Er schaut auf ein Blatt und guckt zu, was der Stift macht. Am besten wird es, wenn gar nichts dabei herauskommen soll.
Wir reden darüber, was ihm diese Gesichter hinterher über sich selbst zeigen. Über eine Zeit, in der er ziemlich hart unterwegs war, und über die ganz einfachen Dinge, an denen er sich heute festhält. Über seinen Struggle, den man laut Radu lieb haben sollte. Und darüber, was er am anderen Ende der Welt über Freiheit gemerkt hat.
Wer ist dieser Typ eigentlich? Wie ist er zu dem geworden, der er heute ist? Und warum du ihn trotzdem ansprechen solltest, wenn er dich in der Stadt grimmig anguckt?
Erst mal nur ein paar Minuten?
Ein Klick, und die Folge springt genau an diese Stelle.
„Wegrennen kann ich. Das kann ich.“
„Ich zeichne was und ich gucke mich dann an.“
„Der erste Typ, der mich nervt, ist am Ende mein bester Buddy.“
Durchs
Gespräch.
Du musst nicht vorne anfangen. Jedes Kapitel springt an seine Stelle.

Julia Burmeister
Freiheit braucht manchmal einen eigenen Raum
Martin Popp