#003
Freiheit braucht manchmal einen eigenen Raum
Julia Burmeister · Künstlerin, Brandenburg an der Havel

Julia Burmeister
Bei ihrem ersten Atelier hat Julia Burmeister noch gefragt: Darf ich? Heute würde sie das nicht mehr tun.
Davor gab es Jahre, in denen sie sich das Malen kaum erlaubt hat. Gemalt wurde im Flur, wenn die Kinder schliefen. Ein niedliches Stündchen, wie sie es nennt.
Julia kommt aus Wismar, ist in Berlin-Hohenschönhausen mit Hip-Hop und Gedichten groß geworden, hat Theater gemacht und 2016 in Brandenburg an der Havel mit der Malerei angefangen. Heute arbeitet sie in Serien, mit einem festen Prozess und mit Linien, die wild aussehen und dabei sehr kontrolliert sind. Sie sagt: Das beschreibt mich ziemlich gut. Daneben hat sie einen Job im Prozessmanagement an einer Uni. Für sie ist das kein Widerspruch, sondern eine Bedingung für künstlerische Freiheit.
Ich spreche mit Julia in ihrem neuen Atelier über Widersprüche, die sie gar nicht auflösen will. Über ein Mädchen, das einen Schlitten durch tiefen Schnee einen Hügel hochzieht, weil alle sagen, dass sie es nicht schafft. Über eine Eröffnungsrede, an die außer ihr niemand mehr denkt. Über ein Haus, in dem ihre Bilder nicht bleiben wollten, und über ein Jahr, das sie ausgebremst hat.
Warum fällt es ausgerechnet einer so lauten und selbstbewussten Frau schwer, sich Raum zu nehmen? Was hat Kontrolle mit Freiheit zu tun? Und wofür eigentlich der ganze Ehrgeiz?
Erst mal nur ein paar Minuten?
Ein Klick, und die Folge springt genau an diese Stelle.
„Aber ich habe als Frau gefragt: Darf ich? Und das würde ich heute nicht mehr machen.“
„Die Linien erlauben mir quasi einen ganz wilden Eindruck zu machen. Aber eigentlich ist es super kontrolliert.“
„So ein niedliches Stündchen, um der Mutti mal ein bisschen Output zu gönnen.“
Durchs
Gespräch.
Du musst nicht vorne anfangen. Jedes Kapitel springt an seine Stelle.

